Kryotherapie

Allgemein

Der Begriff Kryotherapie ist der medizinische Ausdruck für Vereisungsbehandlung. Hierbei wird durch Kälteanwendung erkranktes Hautgewebe entfernt und bei der Heilung durch gesunde Haut ersetzt. Während der Behandlung wird die Haut in wenigen Sekunden auf sehr niedrige Temperaturen abgekühlt – praktisch eingefroren. Das Wasser der Hautzellen gefriert, somit krankes Gewebe durch den Kälteschock zugrunde geht. Dieses Einfrieren wird durch Aufsprühen von Flüssigstickstoff, oder durch Berührung mit abgekühlten Metallsonden oder Wattebäuschen erreicht. Die ausreichende Tiefe und Ausdehnung der Vereisung werden an der Reaktion und Färbung der vereisten Haut erkannt.

Anwendung

Behandlung mit Kälte soll helfen, Schmerzen zu lindern. Bei der Kryotherapie werden dazu Temperaturen unter 0 Grad eingesetzt. Eingesetzt wird das Verfahren bei Wirbelsäulen- und Gelenksbeschwerden, bei Zerrungen und Prellungen und bei Überbeansprungen wie Sehnenscheidenentzündungen oder Schleimbeutelentzündungen.

Die Kryotherapie wird angewendet, wenn trotz konservativer Therapie chronische Rückenschmerzen bestehen, die auf eine Störung der kleinen Wirbelgelenke zurückzuführen sind und nicht in die Beine ausstrahlen.

Was nützt es?

Verschiedenste Verfahren werden in der Dermatologie angewandt, um Tumoren, Warzen überschießendes Narbengewebe und verschiedene andere Gewebserkrankungen den Kampf anzusagen. Darüber hinaus findet die Kryochirurgie auch bei Therapieverfahren von anderen Tumoren Anwendung, wie etwa zur Therapie von Lebermetastasen sowie eventuell bei Lungen- oder Prostatatumoren.

Bei der Anwendung der Kälte in einer Kältekammer wird ein Patient für wenige Minuten „schockgefroren“ und einer Temperatur von etwa -110 °C ausgesetzt. Dadurch sollen Stoffwechselvorgänge auf Zellebene beeinflusst werden. Als Anwendungsgebiete wird eine Vielzahl von Erkrankungen angegeben, insbesondere der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen, jedoch auch aus dem psychiatrischen Bereich.